24. März 2025, 15:59 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Johannes Rau, damals NRW-Ministerpräsident kam zur Eröffnung. Links neben ihm Oberbürgermeister Kurt Bartlewski, rechts die damalige LEG-Geschäftsführerin Barbara Clemens. Bildrechte: Wissenschaftspark Archiv
Nicht nur Symbol sondern Akteur des Wandels: Auch drei Jahrzehnte nach seiner Eröffnung bleibt der Wissenschaftspark seinem Gründungsauftrag treu und gestaltet die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft in der Region in dreifacher Weise aktiv mit: Als modernes Technologiezentrum bietet er Unternehmen und Institutionen, die an Zukunftsthemen arbeiten, eine kreatives Umfeld. Als attraktive Tagungsstätte bringt er Schlüsselakteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammen. Eine eigene, gemeinnützige Projektgesellschaft arbeitet konkret an Zukunftsthemen.
„Der Wissenschaftspark Gelsenkirchen hat sich in den 30 Jahren seines Bestehens zu einer anerkannten Informationsdrehscheibe und einem echten Innovationsmotor im Ruhrgebiet und darüber hinaus entwickelt. Auf dem ehemaligen
Stahlwerksgelände arbeiten nun Experten an aktuellen Themen, vor allem in den Branchen Energie, Gesundheit, IT und Kreativwirtschaft. Seit jeher bietet das Technologiezentrum zahlreichen innovativen Unternehmen optimale, inspirierende Arbeitsbedingungen unter dem Motto ‚Arbeiten im Park‘. Das ist Strukturwandel wie er sein muss: eine ständige Neuerfindung", gratuliert Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Karin Welge dem Technologiezentrum, das am 23. März 1995 feierlich von Johannes Rau eingeweiht wurde.
Als erstes Großprojekt der Internationalen Bauausstellung Emscher Park wurde die Eröffnung des Wissenschaftsparks vor 30 Jahren mit großem medialem Interesse verfolgt. Vom „Gewächshaus für sanfte Technologien“ (FAZ), „wie auf einer Insel entrückt“ („Die Welt“) wurde das „Raumschiff voller Professoren und Wissenschaftler in einer Umgebung aus Kotten und Zechenkolonien“ (Bauwelt) mit einer Mischung aus Bewunderung und Skepsis kommentiert.
Die mehrfach ausgezeichnete Architektur unter dem seinerzeit weltweit größten Dachsolarkraftwerk und an einem künstlichem See auf dem Gelände eines ehemaligen Gussstahlwerks erwies sich als Magnet – wie der langjährige Wissenschaftspark-Geschäftsführer Dr. Heinz-Peter Schmitz-Borchert (1996 bis 2017) es formulierte – für „Menschen, Unternehmen und Institutionen, die sich nicht mit dem Vorhandenen abfinden, sondern auf den Weg machen und ein besseres, modernes Leben wollen“.
Immer mehr Unternehmen und Themen – Solartechnik, Medizin- und Labortechnik, Informationstechnologie und Kryptografie aber auch Design - mieteten Büros im Wissenschaftspark, brachten Forschungsprojekte und Geschäftsideen ebenso mit wie Ideen für Veranstaltungen, Seminare und Workshops. Jahr für Jahr etablierte sich das Technologiezentrum damit auch als Tagungsstandort.
„Wir haben über die Jahre und Jahrzehnte immer wieder neu gelernt, wie wir die Immobilie Wissenschaftspark optimal einsetzen können, um Fachleute, Forschungsergebnisse, neue Technologien, Start-ups und etablierte Firmen zusammen zu bringen. Mit frühzeitigen Reaktionen auf Probleme wie Klimarisiken, Stadtentwicklung, Soziales, Gesundheit, Pandemie, Fachkräftemangel oder IT- Sicherheit kommt der Wissenschaftspark dabei regelmäßig vor die Lage. Das ist – wenn man so will – unser bewährtes Rezept für die Zukunft“, stellt Wissenschaftspark-Geschäftsführer Wolfgang Jung fest.
Jung kam 1999 als Physiker zum Team Wissenschaftspark. Seit 2017 teilt er sich gemeinsam mit Stefan Eismann die Geschäftsführung. Während sich Jung neben dem Veranstaltungs- auch um das Projektgeschäft kümmert, betreut Diplom-
Immobilienwirt Stefan Eismann die Ausnahme-Architektur des Wissenschaftsparks: „Der Wissenschaftspark war von Anfang ein besonders Schmuckstück, das wir mit Respekt pflegen, aber auch entsprechend der Wünsche unserer Mieter stetig weiterentwickeln. Hohe Werte bei unserer Kundenzufriedenheitsanalyse und Vollvermietung seit Jahren zeigen, dass uns das bestens gelingt. Wir investieren kontinuierlich in die Büro- und Konferenzflächen und sind weiterhin zuversichtlich, dass auch die lang geplante Erweiterung des Hauses realisiert werden kann, sobald die allgemeinen Rahmenbedingungen stimmen“, sagt Stefan Eismann.
Ein Blick auf die Firmenliste und den Veranstaltungskalender macht Kontinuität und Impulse für die Region gleichzeitig deutlich. Viele Veranstaltungen haben sich fest im Jahreskalender verankert – wie der Wohnprojektetag NRW seit 2003, der Internationale Kongress MindShare von cryptovision seit 2009, der NRW- Fundraisingtag und die Bildungsmesse Vocatium seit 2012 oder die Fachmesse Krankenhaustechnologie seit 2016. „Viele Firmen und Institute im Haus sind dem Haus treu geblieben, auch über gesellschaftsrechtliche Veränderungen und erste Generationswechsel in den Führungsetagen hinweg. Zudem hat sich das Zusammenspiel mit der Wirtschaftsförderung etwa bei der Beratung etablierter Unternehmen oder der Startup-Förderung als Erfolgsmodell bewährt und kontinuierlich weiterentwickelt“, freut sich Simon Nowack, Wirtschaftsförderungsdezernent der Stadt Gelsenkirchen und Wissenschaftspark- Aufsichtsratsvorsitzender.
Von den Mietern der ersten Stunde prägt das Institut Arbeit und Technik auch nach Eingliederung in die Westfälische Hochschule mit seinen mittlerweile über 500 Forschungs- und Entwicklungsprojekten und mehr als 2.300 Publikationen zum Strukturwandel den Wissenschaftspark; das Institut für Verwaltungswissenschaften hat mittlerweile über 7.500 Seminartage mit 90.000 Teilnehmenden durchgeführt und Wilddesign mehr als 90 renommierte Designpreise geholt. Das 1998 eingezogene Institut für Stadtgeschichte hat seine Magazinkapazitäten nach und nach ausgebaut, so dass sich das Gedächtnis der Stadt mittlerweile auf 5,5 Regalkilometer Archivgut in den Kellern des Wissenschaftsparks erstreckt. Mehr als 500 Millionen Menschen weltweit nutzen die Lösungen des IT-Sicherheitsunternehmens cryptovision, das
1999 im Wissenschaftspark gegründet wurde. Im 2010 eröffneten Schülerlabor EnergyLab haben bereits rund 22.000 Schülerinnen und Schüler mit Zukunftstechnologien praxisnah experimentiert. Und manche der fast 4.700 Kinder, die aus dem 1999 gegründeten Kinderwunschzentrum im Wissenschaftspark hervorgegangen sind, sind mittlerweile schon erwachsen.
„Bemerkenswert ist, dass sich auch das Umfeld des Wissenschaftsparks inzwischen positiv verändert hat. Wir freuen uns, dass mit dem Justizzentrum und der Heilig- Kreuz-Kirche, dem Kreativquartier und der Stadterneuerung entlang der Bochumer Straße der Strukturwandel nicht mehr nur in der Architektur des Wissenschaftsparks deutlich sichtbar wird“, betonen die Geschäftsführer Stefan Eismann und Wolfgang Jung und blicken – wie immer – zuversichtlich in die Zukunft.