Vortrag, 27. April 2025, 19:30 Uhr - 21:00 Uhr, Online
Die Prostitution gilt als unverzichtbar und zugleich als zu bekämpfendes Übel. Theodora Becker untersucht ihre Ambivalenz und den bürgerlichen Blick auf Frauen, Sexualität, Warenform und Arbeit seit dem 19. Jahrhundert.
Die Hure ist in den Worten Walter Benjamins »Verkäuferin und Ware in einem«. Sie verdinglicht sich zum käuflichen Objekt und bleibt doch unverfügbares Subjekt. Bis in die Debatten der aufgeklärten Gegenwart erscheint sie zugleich als preisgegebenes Opfer und arbeitsscheue Betrügerin. Die Prostitution zeigt sich als unverzichtbare Einrichtung und zu bekämpfendes Übel.
Wie sehr das auch mit dem bürgerlichen Blick auf Frauen und ihre Körper zu tun hat, der zu jeder Zeit Kontrolle und Voyeurismus, Distanz und Neugier gleichermaßen ist, untersucht Theodora Becker in dem Vortrag und fragt nach der Ambivalenz der sexuellen Ware, die diesen Zuschreibungen und Umgangsweisen zugrunde liegt. Dabei verfolgt sie anhand der Prostitution den Zusammenhang von Subjektivität, Sexualität, Warenform und Arbeit in der bürgerlichen Gesellschaft, sowie seine Wandlungen seit dem 19. Jahrhundert.
Dr. Theodora Becker studierte Philosophie, Politik- und Kulturwissenschaften und lebt in Berlin.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe ""vhs.wissen-live"". Technische Voraussetzungen sind ein internetfähiges Endgerät mit Lautsprechern oder Kopfhörern. Als digitales Konferenztool wird die Plattform ""Zoom"" genutzt. Die Zugangsdaten werden mit der Anmeldebestätigung per Mail zugeschickt.
entgeltfrei - Online-Anmeldung erforderlich (Kursnummer 2511230)
Dieser Termin ist kostenfrei.